Messstellenbetrieb Strom

Information über die zukünftige Ausstattung von Messstellen mit intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen gemäß § 37 Abs. 1 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG).

Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ist am 02. September 2016 in Kraft getreten. Der Messstellenbetrieb ist damit nicht mehr Aufgabe des Netzbetreibers, sondern des Messstellenbetreibers. Die Stadtwerke Bad Bramstedt Netz GmbH bereiten sich aktuell auf einen Rollout intelligenter Messsysteme in ihrem Netzgebiet nach Maßgabe des Messstellenbetriebsgesetzes vor.

Die Wahrnehmung der Aufgabe als grundzuständiger Messstellenbetreiber wurde gegenüber der BNetzA zum 30.06.2017 angezeigt.

Preisblatt Messstellenbetrieb (mME/iMSys)
Kommunikationsdaten gMSB (mME/iMSys)
Zertifikat Datenaustausch gMSB (mME/iMSys)

moderne Messeinrichtung / intelligentes Messsystem

Als Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber sind wir durch das Messstellenbetriebsgesetz verpflichtet, alle konventionellen Stromzähler gegen moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme zu tauschen. Im Folgenden finden Sie ausführliche Informationen zu den verschiedenen Gerätetypen, die für Sie vorgesehenen Messgeräte und die Hintergründe für den Rollout.

moderne Messeinrichtung (mME)

Moderne Messeinrichtung (mME)

Moderne Messeinrichtung (mME)
  1. Stromverbrauch ≤ 6.000 kWh
  2. Erzeugungsanlagen ≤ 7 kW
  3. Wiedergabe des tatsächlichen Strombedarfs und des aktuellen Zählerstands
  4. gespeicherte Werte für 2 Jahre im Rückblick (tages-, wochen-, monats- oder jahresgenau) einsehbar
  5. digitaler Zähler ohne Kommunikationseinheit
  6. Aufrüstbar mit einer Kommunikationseinheit zum iMS
Vorteile einer modernen Messeinrichtung
  1. Spiegelt den tatsächlichen Stromverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit wider
  2. Kontinuierliche Registrierung des Stromverbrauchs und der Leistung
  3. Stromverbrauch wird transparent über das Display einsehbar
  4. Keine Speicherung persönlicher Daten
  5. Löschung der aufgezeichneten Verbrauchswerte jederzeit möglich
  6. Abruf der Daten durch PIN geschützt
Intelligentes Messsystem (iMS)

Intelligentes Messsystem (iMS)

Intelligentes Messsystem (iMS)
  1. Stromverbrauch > 6.000 kWh
  2. Erzeugungsanlagen > 7 kW
  3. Steuerbare Verbrauchseinrichtungen
  4. Wiedergabe des tatsächlichen Strombedarfs und des aktuellen Zählerstands
  5. gespeicherte Werte für 2 Jahre im Rückblick (tages-, wochen-, monats- oder jahresgenau) einsehbar
  6. digitaler Zähler mit Kommunikationseinheit
  7. Automatische Übertragung der Messwerte zu den berechtigten Marktpartnern
  8. Visualisierung der Messwerte im Kundenportal
Vorteile eines intelligenten Messsystems
  1. Sichere, verschlüsselte Datenübertragung, die höchsten Datenschutzanforderungen gerecht wird
  2. Hohe Transparenz über Stromverbrauchskurve
  3. Visualisierung der Verbrauchswerte im Kundenportal
  4. Identifikation verbrauchsintensiver Geräte möglich
  5. Einsparpotentiale werden aufgezeigt
  6. Vereinfachung der Überprüfung der Abrechnung
  7. Variable Stromtarife möglich
  8. Zähler-Ablesung entfällt
  9. Übergreifende Vernetzung wird möglich
  10. Nutzung der sicheren Datenkommunikation für weitere Anwendungen (Smart Home, eHealth)
Zeitplan und Vorgehen

Der Einbaustart moderner Messeinrichtungen ist bereits erfolgt. Bei intelligenten Messsystemen steht dieser noch aus. Erst wenn zertifizierte, den hohen Sicherheitsanforderungen erfüllende Geräte verfügbar sind, startet der Einbau. Der Zählerwechsel erfolgt schrittweise bis spätestens 2032. Wann Ihr Zähler gewechselt wird, hängt von den individuell zutreffenden Bedingungen ab. Sie brauchen sich erst einmal um nichts zu kümmern und werden rechtzeitig vor dem Zählerwechsel informiert.

Vorgehen:

  1. Vor dem Wechsel Ihres Zählers werden Sie per Brief über den anstehenden Wechsel informiert.
  2. Für den Wechsel wird ein Termin mit Ihnen vereinbart.
  3. Zum vereinbarten Termin kommt ein Zählermonteur und tauscht Ihren alten Zähler gegen ein neues Gerät.
  4. Ihr Zähler erfüllt nun den Stand der Technik, sodass Sie von den Vorteilen profitieren.
Vorteile des grundzuständigen Messstellenbetreibers

Als grundzuständiger Messstellenbetreiber unterliegen wir den strengen gesetzlichen Bestimmungen des Messstellenbetriebsgesetzes. Für Sie als Verbraucher resultieren daraus viele Vorteile. Einige haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst:

  1. Sehr hohe Datenschutzanforderungen
  2. Keine Analyse des Verbrauchsverhalten für vertriebliche Zwecke
  3. Kein Verkauf von Energielieferungen
  4. Transparente Preiskalkulation
  5. Freie Wahl des Energielieferanten
  6. Lieferantenwechsel ist jederzeit möglich
  7. Kein erneuter Zählerwechsel bei einem Lieferantenwechsel
  8. Keine Kundenbindung durch Vertragslaufzeiten
  9. Pflicht zur Gleichbehandlung aller Kunden – Keine Individualverträge
Ziel des Rollouts

Die neuen Messgeräte sollen die Digitalisierung vorantreiben und dadurch den Erfolg der Energiewende sichern sowie zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Ziel ist:

  1. die Verbrauchstransparenz zu erhöhen
  2. Stromnetze zukunftssicher zu machen
  3. zur Vermeidung von Vor-Ort-Ablesekosten beizutragen
  4. variable Tarife zu ermöglichen
  5. die Bereitstellung netzdienlicher Informationen von dezentralen Erzeugern und flexiblen Lasten zu verbessern
  6. die Steuerung dezentraler Erzeuger und flexibler Lasten zu erleichtern
  7. mittelfristig eine "Spartenbündelung" zu ermöglichen (d.h. gleichzeitige Ablesung und Transparenz auch der Sparten Wasser, Gas, Heiz- und Fernwärme)
  8. eine sichere, standardisierte Infrastruktur als Plattform für weitere energiefremde Dienstleistungen (z.B. Smart-Home-Anwendungen) bereitzustellen

Der bisher passive Stromverbraucher soll zukünftig aktiver am Strommarktgeschehen teilnehmen können.